Architekturfolierung im Aufschwung
15. September 2025
Architekturfolierung im Aufschwung – Schilderherstellung bleibt Rückgrat des Gewerks.
Der ZVSL legt die Ergebnisse der Frühjahrskonjunkturumfrage 2025 vor.
Die Konjunkturumfrage des ZVSL zum ersten Halbjahr 2025 zeigt ein differenziertes Bild der Branche: Während die Schilderherstellung erneut zur wichtigsten Umsatzquelle avanciert ist, steht die Architekturfolierung als Wachstumsfeld im Fokus. Die Geschäftslage insgesamt wird überwiegend stabil und positiv eingeschätzt.
Schilder vor Lichtwerbung – Verschiebung bei den Umsatzträgern
Noch im Vorjahr lag die Lichtwerbung an der Spitze, doch 2025 hat die Schilderherstellung diesen Platz zurückerobert. Grund hierfür ist eine zunehmend vorsichtige Budgetplanung vieler Auftraggeber: Wo Kosten gesenkt werden, greifen Unternehmen verstärkt auf klassische Schilder zurück, bevor sie in hochwertige Lichtwerbeanlagen investieren.
Besonders im innerstädtischen Bereich prägt dies das Bild: Hohe Leerstände und eine verhaltene Investitionsbereitschaft führen dazu, dass neu eröffnete Geschäfte eher auf Schilder als auf Lichtwerbeanlagen setzen.
Architekturfolierung als Wachstumstreiber
Deutlich im Aufschwung zeigt sich die Architektur- bzw. Gebäudefolierung. Während das Carwrapping an Dynamik verloren hat – bedingt durch starken Wettbewerb, niedrige Margen und eine stagnierende Preisentwicklung – gewinnt die Gebäudefolierung aus mehreren Gründen an Bedeutung:
- Nachhaltigkeit und Kosten: Folierte Fassaden sind eine deutlich günstigere Alternative zu klassischen Verkleidungen.
- Klimawandel und Energieeffizienz: Sonnenschutzfolien für großflächige Fenster bieten nicht nur Schutz, sondern auch Durchsicht und sind kostengünstiger als Rollladen oder Jalousien.
- Sicherheitsaspekte: Bei der Umnutzung von Bestandsgebäuden bieten einwurfhemmende Folien eine kostengünstige Alternative.
Architekturfolie ist damit der „heiße Trend“ der Branche – wirtschaftliche attraktiv, nachhaltig, vielseitig einsetzbar.
Geschäftslage stabil – Meisterpflicht schafft Sicherheit
Die Betriebe bewerten ihre Lage insgesamt stabil bis positiv. Bemerkenswert ist, dass kaum jemand die eigene Situation als grundlegend negativ einschätzt. Einen wichtigen Beitrag leistet hier die Klarheit, die die Bundesregierung durch die Evaluierung der letzten Novellierung der Handwerksordnung geschaffen hat: Die Meisterpflicht ist bestätigt, was für Unternehmen Planungssicherheit und Zukunftsperspektive schafft.
Ausbildung und Beschäftigung: Kontinuität in bewegten Zeiten
Positiv hervorzuheben ist, dass rund 75 Prozent der Betriebe ausbilden. Damit unterstreicht die Branche ihre Verantwortung für den eigenen Fachkräftenachwuchs. Auch die Ausbildungszahlen haben sich über ein Jahrzehnt hinweg auf konstantem Niveau gehalten.
Die Beschäftigungslage bleibt stabil: In rund 60 Prozent der Betriebe hat sich die Mitarbeiterzahl nicht negativ verändert; mehr als die Hälfte gehen davon aus, dass dies auch in der zweiten Jahreshälfte so bleibt. Regional zeigen sich Unterschiede: Mittelgroße Betriebe (5-19 Beschäftigte) dominieren insgesamt die Branche, größere Strukturen (20+) finden sich verstärkt in Nord- und Westdeutschland, während im Süden kleinere Einheiten überwiegen.
Belastungsfaktoren: Bürokratie vor Fachkräftemangel
Als größte Hürde sehen die Unternehmen unverändert die bürokratische Überlastung – insbesondere lange Genehmigungsverfahren und Dokumentationspflichten. An zweiter Stelle folgt der Fachkräftemangel, der trotz hoher Ausbildungsbereitschaft die Entwicklung vieler Betriebe bremst. Erfreulich ist jedoch, dass fast zwei Dittel der Unternehmen tariftreu sind und damit auch ein klares Signal für faire Arbeitsbedingungen setzen.
Statement Florian Müller, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Konjunktur:
„Die Branche behauptet sich trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten stabil. Mit der Schilderherstellung als Rückgrat und der Architekturfolierung als wachsendem Trendfeld ist das Gewerk gut aufgestellt – vorausgesetzt, Politik und Verwaltung setzen endlich wirksame Schritte gegen die Bürokratielast.“

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, eine spannende Jahreshauptversammlung in Münster liegt hinter uns. Spannende Vorträge, interessante Gespräche und die Nachwahlen in den Vorstand standen auf der Tagesordnung. Für mich ein besonderer Moment – ein Moment der Dankbarkeit, aber auch der Verantwortung. Nach 15 Jahren als stellvertretender Bundesinnungsmeister ist es mir eine große Ehre, nun dieses Amt des Bundesinnungsmeisters übernehmen zu dürfen. Ich danke den Delegierten von Herzen für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben. Dieses Vertrauen ist für mich nicht nur Auszeichnung, sondern zugleich Verpflichtung gegenüber unserem Handwerk, gegenüber unseren Betrieben – und gegenüber den Menschen, die täglich mit Leidenschaft und Können für Qualität stehen. Ein besonderer und wichtiger Punkt der Dankbarkeit gilt meiner Vorgängerin Martina Gralki Brosch. Sie hat über viele Jahre hinweg mit großem Engagement, Klarheit und Verlässlichkeit die Interessen unseres Gewerks vertreten. Unter ihrer Führung wurden wichtige Weichen gestellt – insbesondere auch in Zeiten, in denen es darum ging, unserem Handwerk politisch Gewicht und Gehör zu verschaffen. Ihr Einsatz für die Stärkung der Meisterpflicht und die Sichtbarkeit unseres Berufsstands verdient höchste Anerkennung. Für diese Leistung sagen wir heute nicht nur Danke, sondern sprechen ihr unseren ausdrücklichen Respekt und unsere Wertschätzung aus. Ein starkes Amt braucht ein starkes Team. Deshalb freue ich mich besonders auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen stellvertretenden Bundesinnungsmeistern Manuela Heun-Roth und Tim Rehse. Gemeinsam werden wir die anstehenden Aufgaben mit Engagement, Kompetenz und Geschlossenheit angehen. Unser Handwerk ist stark. Ob Folierung, Schilder oder Lichtwerbung – wir gestalten Sichtbarkeit, wir schaffen Orientierung, wir geben unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft ein Gesicht. Darauf können wir stolz sein. Und genau dieses starke Handwerk braucht eine starke Stimme. Eine Stimme, die für alle einsteht – für kleine und große Betriebe, für erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer ebenso wie für den Nachwuchs. Für Qualität, für Fairness und für Zukunft. Unser Blick ist klar nach vorne gerichtet. Die Themen sind klar: Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Stärkung der beruflichen Bildung. Hier werden wir uns mit Nachdruck einbringen. Die Wiedereinführung der Meisterpflicht war ein starkes Signal für unser Handwerk. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen – für Qualität, für Verantwortung und für die Zukunft unseres Gewerks. Ich verstehe mein Amt als Angebot zur Zusammenarbeit. Als Brücke zwischen Innovation und Verantwortung. Und als Stimme für unsere Betriebe – klar, verlässlich und engagiert. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, unser starkes Handwerk weiter sichtbar zu machen junge Menschen für unsere Berufe zu begeistern und geschlossen für die Interessen aller einzustehen Denn nur gemeinsam sind wir stark. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Lassen Sie uns die Zukunft unseres Handwerks aktiv gestalten. Herzlichen Dank. Ihr Bundesinnungsmeister Frank Berenbrinker











